Wie viel Licht brauche ich pro Raum? Lux und Lumen einfach erklärt

26. Aug 2023

Lux und Lumen: Was bedeutet was?

Bevor wir pro Raum konkret werden, kurz die zwei wichtigsten Begriffe:

Lumen (lm) messen die Gesamtmenge an Licht, die eine Lichtquelle abstrahlt — unabhängig davon, auf welche Fläche dieses Licht trifft. Eine LED-Glühbirne mit 800 lm strahlt dieselbe Lichtmenge aus, egal ob du sie in einem kleinen Flur oder einem großen Wohnzimmer einsetzt.

Lux (lx) messen dagegen die Beleuchtungsstärke auf einer bestimmten Fläche — also wie viel Licht tatsächlich ankommt. Die Formel ist einfach:

Lux = Lumen ÷ Quadratmeter

Und umgekehrt, wenn du weißt, wie viel Lux du für einen Raum brauchst:

Benötigte Lumen = Lux × m²

Beispiel Küche: Du möchtest 400 lx Allgemeinbeleuchtung in einer 12 m² großen Küche. Dann brauchst du mindestens 4.800 lm Gesamtlichtstrom (400 × 12). Mit drei Pendelleuchten à 1.600 lm wärst du genau dort.

Wenn du mehr darüber wissen willst, solltest du unsere Blog-Artikel "Watt, Lumen, Kelvin: Was bedeuten diese Angaben auf der Glühbirne?" lesen.

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Richtwert-Tabelle: Lux pro Raum auf einen Blick

Raum Allgemeinlicht Aktivitätsbereich
Wohnzimmer 100–200 lx 300 lx (Lesen)
Esszimmer 100 lx 150–300 lx (Tisch)
Küche 200–300 lx 400–500 lx (Arbeitsfläche)
Schlafzimmer 100–150 lx 300 lx (Lesen/Schminken)
Kinderzimmer 150–200 lx 300 lx (Hausaufgaben)
Badezimmer 200 lx 300–500 lx (Spiegel)
Arbeitszimmer / Home Office 200–300 lx 500 lx (Schreibtisch)
Flur / Eingangsbereich 50–100 lx
Treppe 100 lx
Garage / Werkstatt / Waschküche 100 lx 300–500 lx (Arbeitsplatz)

 

Diese Werte sind Richtwerte — persönliche Vorlieben, Wandfarben (helle Wände reflektieren mehr Licht) und Raumhöhe können die empfundene Helligkeit beeinflussen.

 


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Beleuchtung pro Raum: die Details

Wohnzimmer

Das Wohnzimmer ist der vielseitigste Raum im Haus — Entspannung, Geselligkeit, Lesen, Filmeabend. Das erfordert eine Mehrschichtbeleuchtung: eine Grundbeleuchtung für den Gesamtraum, ergänzt durch gezielte Akzentleuchten für Lesebereiche oder Dekoelemente.

Für das Allgemeinlicht eignen sich eine Pendelleuchte über der Sitzgruppe, eine Stehlampe mit Dimmer oder mehrere Spots auf Schienen. Im Lesebereich sind mindestens 300 lx nötig — eine BALA Kabelleuchte neben dem Lesesessel oder eine Wandhalterung neben dem Sofa erledigt das elegant und ohne Kabelchaos.

Empfehlung: 100–200 lx Allgemeinlicht + 300 lx am Leseplatz. Dimmer einplanen, um die Stimmung flexibel anpassen zu können.

Esszimmer

Im Esszimmer liegt der Fokus auf dem Tisch — alles andere ist Beiwerk. Eine Pendelleuchte über dem Esstisch ist die klassische und effektivste Lösung: Sie beleuchtet direkt und gezielt, ohne den Raum zu überfluten. Wandleuchten oder Sideboardlampen können Akzente setzen und die Atmosphäre für Abendessen abrunden.

Empfehlung: 150–300 lx auf der Tischfläche, ca. 100 lx Allgemeinlicht. Hängehöhe der Pendelleuchte: Unterkante 65–75 cm über dem Tisch.

Küche

Die Küche hat zwei klar getrennte Lichtbedürfnisse: Allgemeinlicht für Bewegung und Orientierung, und Arbeitslichtfür Schneiden, Kochen und Lesen von Rezepten. Für die Arbeitsfläche sind 400–500 lx Minimum — Unterbauleuchten unter Oberschränken oder eine Pendelleuchte über der Insel decken das gezielt ab.

Empfehlung: 200–300 lx Allgemeinlicht (Deckenleuchte oder Spots), 400–500 lx auf der Arbeitsfläche (Unterbauleuchten oder Pendelleuchten).

Schlafzimmer

Im Schlafzimmer gilt: kein grelles Deckenlicht kurz vor dem Einschlafen. Eine dezente Deckenleuchte für das Allgemeinlicht, kombiniert mit einer Nachttischlampe oder einer Wandleuchte für den Lesebereich, ist das bewährte Konzept. Die Lichtfarbe sollte warmweiß (2.700 K) sein — kaltes Licht hemmt die Melatoninproduktion und verschlechtert die Schlafqualität.

Empfehlung: 100–150 lx Allgemeinlicht, 300 lx am Bett für Lesen oder Schminken. Dimmbarkeit ist hier besonders wertvoll.

Kinderzimmer

Im Kinderzimmer ist gute Ausleuchtung kein Luxus, sondern Augenschutz. Besonders die Hausaufgabenzone und der Boden (Spielbereich) sollten gut beleuchtet sein. Wichtig: keine Blendung — Leuchten mit Lampenschirm oder indirektem Licht sind schattenarmen Spots vorzuziehen.

Empfehlung: 150–200 lx Allgemeinlicht, 300 lx am Schreibtisch. Warmweiß oder neutralweiß (3.000–3.500 K) für konzentriertes Arbeiten.

Badezimmer

Im Badezimmer gelten Sicherheitsvorschriften (IP-Schutzklassen je nach Abstand zur Wasserquelle), die du unbedingt einhalten musst. Lichtplanerisch ist der Spiegel die kritische Zone: Zu dunkle oder seitlich fehlende Beleuchtung führt zu Schattenbildung im Gesicht — ungünstig für Make-up, Rasur und allgemeine Sichtbarkeit. Zwei Lichtquellen links und rechts des Spiegels sind deutlich besser als eine einzelne Deckenleuchte von oben.

Empfehlung: 200 lx Allgemeinlicht (Decke), 300–500 lx am Spiegel, 100 lx für den WC-Bereich.

Arbeitszimmer und Home Office

Beim Arbeiten am Schreibtisch werden die Augen bereits durch Bildschirme beansprucht — zu dunkle oder zu grelle Umgebungsbeleuchtung verstärkt die Ermüdung. Ideal ist eine helle Grundbeleuchtung (mind. 300 lx), ergänzt durch eine Schreibtischlampe für die direkte Arbeitszone. Am Bildschirm selbst sollte kein Direkt-Blendlicht fallen.

Empfehlung: 300–500 lx am Schreibtisch, 200–300 lx Allgemeinlicht. Neutralweiß (4.000 K) für konzentriertes Arbeiten; nach Feierabend auf warmweiß umschalten.

Flur, Eingangsbereich und Treppe

Diese Bereiche brauchen kein intensives Licht, aber ein einladendes, sicheres Grundlicht. Im Eingangsbereich setzt eine einzelne Pendelleuchte sofort einen stilsicheren Ton. Auf der Treppe sind ausreichend beleuchtete Stufen Sicherheitsfrage — Einbauspots in der Wand oder LED-Markierungen an den Stufen sind elegante Lösungen. Vermeide Deckenleuchten mit zu dunklen oder zu tief herunterhängenden Lampenschirmen — sie erzeugen unangenehme Schattenbereiche.

Empfehlung: 100 lx auf der Treppe, 50–100 lx im Flur, 100 lx im Eingangsbereich.

Garage, Werkstatt und Waschküche

Hier zählt Funktion vor Ästhetik: helles, kaltes Licht (4.000–6.500 K) für maximale Sichtbarkeit bei Arbeiten. Leuchtstoffröhren oder LED-Lichtleisten liefern gleichmäßige Flächenausleuchtung. Über dem eigentlichen Arbeitsplatz lohnt sich zusätzlich eine Spotleiste für noch mehr Direktlicht.

Empfehlung: 300–500 lx am Arbeitsplatz, 100 lx Allgemeinlicht. Keine Glühbirnen oder dekorativen Leuchten — zweckfremde Wahl.

Lumen berechnen: so gehst du vor

  1. Gewünschten Lux-Wert für den Raum aus der Tabelle ablesen
  2. Fläche des Raumes in m² messen
  3. Formel anwenden: Lumen = Lux × m²
  4. Gesamtlichtstrom auf die geplanten Lichtquellen verteilen

Beispiel Esszimmer (14 m²): Du möchtest 200 lx auf dem Tisch (ca. 2 m²) plus 100 lx Allgemeinlicht (12 m²). Tischbeleuchtung: 200 × 2 = 400 lm (eine Pendelleuchte mit 400 lm reicht). Allgemeinlicht: 100 × 12 = 1.200 lm (z. B. zwei Wandleuchten à 600 lm).

Stimmung statt Stärke: Dimmer und Schichtlicht

Die reine Lux-Zahl ist der Ausgangspunkt — die eigentliche Raumwirkung entsteht durch das Zusammenspiel mehrerer Lichtquellen auf verschiedenen Höhen. Drei Ebenen machen ein Raumkonzept rund:

  • Decke/Hängelampe → Grundlicht, gleichmäßige Ausleuchtung
  • Wandhöhe → Akzentlicht, Stimmung, Raumtiefe
  • Tisch-/Bodenhöhe → Intimität, Gemütlichkeit (z. B. Kabelleuchte mit Stecker am Boden oder auf einer Ablage)

Dimmer ermöglichen es dir, alle drei Ebenen situationsgerecht einzustellen — ohne neue Leuchten kaufen zu müssen. Für dimmbare LED-Leuchtmittel achte beim Kauf darauf, dass die Dimmbarkeit explizit auf der Verpackung ausgewiesen ist.

FAQ – Beleuchtung pro Raum

Warum wirkt mein Raum dunkel, obwohl ich eine helle Lampe habe?

Meistens liegt es an der Verteilung: Eine einzige helle Deckenleuchte in der Raummitte beleuchtet die Mitte gut, lässt die Ecken aber im Schatten. Mehrere Lichtquellen auf verschiedenen Ebenen (Decke + Wand + Boden) verteilen das Licht gleichmäßiger.

Welche Kelvin-Zahl passt zu welchem Raum?

Als Faustregel: Schlafzimmer und Wohnzimmer → 2.700 K (warmweiß). Küche, Bad, Arbeitszimmer → 3.000–4.000 K (warm-neutral bis neutralweiß). Werkstatt, Garage → 5.000–6.500 K (tageslichtweiß).

Muss ich für jeden Raum eine separate Lux-Berechnung machen?

Nicht unbedingt. Die Richtwert-Tabelle oben gibt dir gute Ausgangswerte. Eine genaue Berechnung lohnt sich vor allem für Küchen und Arbeitsbereiche, wo gute Sichtbarkeit funktionale Bedeutung hat.

Kann ich mit einem Dimmer Strom sparen?

Ja — ein auf 50 % gedimmtes LED-Leuchtmittel verbraucht grob 40–50 % weniger Strom als bei voller Helligkeit. Da LEDs ohnehin schon sehr effizient sind, ist der absolute Betrag überschaubar, aber über mehrere Leuchten und viele Stunden summiert es sich.

Wie viel Lumen brauche ich für eine Pendelleuchte über dem Esstisch?

Bei einer einzelnen Pendelleuchte über einem Tisch von ca. 4–6 Personen (ca. 1,40–1,80 m) reichen 400–800 lm aus — abhängig von der Hängehöhe und ob du noch Allgemeinlicht im Raum hast. Bei einer HANG 3 oder HANG 5 kannst du die Lumen auf mehrere Fassungen verteilen und wählst entsprechend kleinere Einzelwerte.


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